Texte

  • Die Qual nach der Wahl

    Da ich in diesem Jahr bei den Grünen eingetreten bin, um unseren lokalen Kandidaten aus Unna zu unterstützen, habe ich jetzt die Qual nach der Wahl: Ich bin aufgerufen über den Koalitionsvertrag abzustimmen. Nicht das ich mich besonders in der Partei engagiere und ich beteilige mich auch nicht an den öden Diskussionen auf den innerparteilichen Plattformen. Aber an dieser Abstimmung wollte ich teilnehmen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mich mit dem Koalitionsvertrag auseinanderzusetzen. Daher habe ich angefangen zu lesen. Und nicht lange durchgehalten. Der Vertrag ist einschläfernd und schrecklich vage, wobei der „idealerweise“ auf 2030 vorgezogene Kohleausstieg (Seite 5) nur der Gipfel des Eisbergs ist.

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  • Blick zurück

    Vor sechzehn Jahren wurde Frau Merkel Kanzlerin und somit Inhaberin der Richtlinienkompetenz deutscher Bundespolitik. Ich war damals First Officer – im Volksmund Co-Pilot – einer deutschen Fluglinie und habe Passagiere durch Europa geflogen. Der Verdienst war gut, selbst wenn ich Teilzeit arbeitete. Ich machte mich auf die Suche nach einer Immobilie, von der aus ich die Welt bereisen wollte. Der Klimawandel rückte in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Ich beruhigte mein Gewissen mit dem Gedanken, dass ich nur für den sicheren Transport der Passagiere sorgte, die für ihre Tickets bezahlt hatten und somit die Verantwortung für den Ausstoss von, ich weiß nicht wieviel, Tonnen Kohlendioxid trugen.

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  • Comfortably Numb

    Meine angeschlagene Gesundheit bringt es mit sich, dass ich mich häufig erschöpft fühle und Pausen brauche. Wenn mich dann noch gleichzeitig Kopfschmerzen plagen, dann führen alle Wege nur noch auf meine Couch vor den Fernseher. Und was sehe ich mir da an?

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  • Mission Impossible?

    In letzter Zeit habe ich oft darüber nachgedacht, wie ein Soziales Netzwerk beschaffen sein müsste, um das Adjektiv „sozial“ auch wirklich zu verdienen. Über den Like-Button und Konsumismus habe ich mich hier schon ausgelassen. Das man zumindest Instagram jetzt so konfigurieren kann, dass Likes ignoriert werden, ist ein Fortschritt. Auf die unerwünschte Werbung könnte man verzichten, indem man das Netzwerk für die Nutzer kostenpflichtig macht. Die Bereitschaft dafür wäre laut einer aktuellen Umfrage1 vorhanden. Doch es bleibt immer noch mindestens ein Problem: Die Inhalte.

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  • I don’t like the like button.

    Irgendwo habe ich vor einer Weile gelesen, dass derzeit mehr Menschen bei Selfies sterben, als durch Haiangriffe. Konkrete Zahlen standen nicht dabei. Wieviele Menschen sterben pro Jahr durch Haiangriffe? Die Zahlen, die ich gefunden habe, schwanken zwischen 2 im Jahr 2019 und 13 im Jahr 2011.1 Und bei Selfies? Laut Google waren das zwischen Oktober 2011 und November 2017 alleine 259 Menschen, also im Durchschnitt 42 pro Jahr. Bezieht man das auf die Milliarden Nutzer von Sozialen Netzwerken, sind das aber immer noch wenig. Trotzdem fängt man an, sich zu fragen, was die Menschen dazu bringt, ihr Leben für ein Foto von sich selbst zu riskieren?

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