Texte

  • Autos, die die Welt nicht braucht

    Letzte Woche bin ich in einer Illustrierten über eine Anzeige für ein neues SUV gestolpert. Das italienische Sportwagenhersteller so etwas bauen, ist ja an sich schon befremdlich. Aber in diesen Zeiten eine Anzeige für ein Auto mit solchen Eckdaten zu schalten, ist entweder unsensibel oder ignorant. Hier noch einmal das Kleingedruckte:

    Entdecken Sie den neuen […]. Der Stärkste […] mit 390 kW (530 PS) und 285 km/H Spitze.
    […] Verbrauch (WLTP) in l/100 km: kombiniert 11,2; innerstädtisch 17,4; Stadtrand 11,6; Landstraße 9,3; Autobahn 10,3; CO₁-Emissionen in g/km: kombiniert 254

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  • Nützliche Ignoranz

    Bevor ich in den Urlaub gefahren bin, habe ich mir einige Notizen gemacht. Da steht zum Beispiel: Es gibt Tage, an denen ich glaube, dass die Arschlochdichte in Deutschland gegen unendlich geht. Ganz offensichtlich war ich da urlaubsreif. Aber immerhin noch in der Lage meinen Eindruck auch reflektiert zu betrachten: Da man sich über Arschlöcher aufregt, bleiben sie einem länger im Gedächtnis haften. Womit meine erste Notiz eigentlich schon widerlegt ist. Der Prozentsatz an Arschlöchern steigt nicht, er ist im wesentlichen konstant. Da sie uns aber eher in Erinnerung haften bleiben als Otto Normalmitbürger, haben wir den Eindruck, dass es mehr von ihnen gibt, als tatsächlich da draußen herumlaufen.

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  • Alles anders und doch gleich

    Ich starte den dritten Versuch einer Selbstständigkeit, wie auf der Webseite unschwer zu erkennen ist, als Medienkünstler und Kulturmanager. Wie ich darauf gekommen bin? Ich mache doch seit Jahren sowieso nichts anderes. Ich fabriziere Fotos, Videos und Texte aller Art. Nicht alles davon kann ich in Kategorien einordnen, aber es ist definitiv künstlerisches dabei. Und ich manage gemeinsam mit dem Team den Kunstverein Unna. Um darin noch besser zu werden, habe ich die Corona-Zeit für einen Fernkurs in Kulturmanagement genutzt. Ursprünglich wollte ich mich damit auf eine Anstellung bewerben, aber ich komme sowie so besser klar, wenn ich mir meine Zeit selbst einteilen kann.

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  • Die Qual nach der Wahl

    Da ich in diesem Jahr bei den Grünen eingetreten bin, um unseren lokalen Kandidaten aus Unna zu unterstützen, habe ich jetzt die Qual nach der Wahl: Ich bin aufgerufen über den Koalitionsvertrag abzustimmen. Nicht das ich mich besonders in der Partei engagiere und ich beteilige mich auch nicht an den öden Diskussionen auf den innerparteilichen Plattformen. Aber an dieser Abstimmung wollte ich teilnehmen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mich mit dem Koalitionsvertrag auseinanderzusetzen. Daher habe ich angefangen zu lesen. Und nicht lange durchgehalten. Der Vertrag ist einschläfernd und schrecklich vage, wobei der „idealerweise“ auf 2030 vorgezogene Kohleausstieg (Seite 5) nur der Gipfel des Eisbergs ist.

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  • Blick zurück

    Vor sechzehn Jahren wurde Frau Merkel Kanzlerin und somit Inhaberin der Richtlinienkompetenz deutscher Bundespolitik. Ich war damals First Officer – im Volksmund Co-Pilot – einer deutschen Fluglinie und habe Passagiere durch Europa geflogen. Der Verdienst war gut, selbst wenn ich Teilzeit arbeitete. Ich machte mich auf die Suche nach einer Immobilie, von der aus ich die Welt bereisen wollte. Der Klimawandel rückte in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Ich beruhigte mein Gewissen mit dem Gedanken, dass ich nur für den sicheren Transport der Passagiere sorgte, die für ihre Tickets bezahlt hatten und somit die Verantwortung für den Ausstoss von, ich weiß nicht wieviel, Tonnen Kohlendioxid trugen.

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