Texte

  • Saurer Apfel

    Ich habe habe hier schon mehrfach darüber geschrieben, warum ich die sogenannten „Sozialen Netzwerke“ und speziell den Meta-Konzern ablehne. Daran hat sich nichts geändert.

    Nun wird mir aber von vielen Seiten (Künstler*innen, Literatur1, Fernsehberichte) geraten, meine Kunst auch auf Instagram zu promoten. Es scheint sich um eine ökonomische Notwendigkeit zu handeln.

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  • Warum Kunst?

    Ich bin vor einiger Zeit auf ein Heftchen aus der Reihe „Riemschneider Lectures“ mit dem Titel „Wozu brauch man Kunst?“ gestoßen. Es handelt sich um die Transkription eines Vortrages, den Jean-Luc Nancy am 14.02.2017 in der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe gehalten hat und beginnt mit der Frage, ob Menschen überhaupt Kunst brauchen. Er nennt: „Mönche und Nonnen, die nichts von der äußeren Form wissen wollen, die sich ganz dem, was man Innerstes nennt, und dem außerhalb der Welt widmen.“, als Beispiel für Menschen, die ohne Kunst auskommen. Ich denke aber, dass er da unpräzise ist, weil die Klöster, die ich bisher besichtigen durfte, voller Kunst waren. Doch auf Asketen und Eremiten könnte seine Mutmaßung zutreffen: „Vielleicht braucht man […] keine Kunst, wenn man in einer gewissen Weise schon außerhalb der Welt ist, über die Welt hinausgeht.“

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  • Wiegenlied

    Verwirrt und ratlos bin ich heut‘ erwacht,
    sortieren musst’ ich erst den Sog der Nacht.
    Wie schwer fällt mir derzeit das Lachen,
    weil die in Berlin nur Unsinn machen.

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  • Lagebericht

    Dem aktuellen IPCC Bericht nach sind wir auf dem Weg in die Hölle. Die Menschheit sitzt in einem Auto und fährt auf einen Abgrund zu, den sie nicht einsehen kann. Wie Thelma und Louise. Nein, eigentlich sitzen wir alle in einem Zug und rasen auf einen Abgrund zu. Louise hätte bremsen können, oder lenken, oder beides. Aber wir rasen auf den Gleisen des Kapitalismus in den Abgrund, lenken ist unmöglich. Und bremsen? Dafür ist der Zug zu schwer und der Bremsweg zu lang.

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  • Wetterleuchten

    Einführungsvortrag zur gleichnahmigen Ausstellung im Kunstverein Unna e. V.

    Ich möchte vorwegschicken, dass ich kein Kunsthistoriker bin und daher alles, was ich heute hier erzähle, nur mit der Einschränkung gilt, dass ich aus meiner persönlichen Perspektive berichte, die keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat.

    Bevor ich auf das Phänomen des Wetterleuchtens eingehe, möchte ich erst einmal über das Wetter sprechen. Das Wetter ist etwas, dass uns von der Wiege bis zur Bahre begleitet. Irgendein Wetter haben wir immer. Wetter hört nie auf. Es steht jederzeit als Konversationsthema zur Verfügung, dringt aber so gut wie nie in unser Langzeitgedächtnis. Die Selbstverständlichkeit des Wetters lässt es zu einem Hintergrundrauschen unseres Lebens werden, dem wir als Menschen in unserer Kunst lange Zeit praktisch keine Aufmerksamkeit geschenkt haben. Machen wir daher einen Streifzug durch die Kunstgeschichte.

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