Wiegenlied
Verwirrt und ratlos bin ich heut‘ erwacht,
sortieren musst’ ich erst den Sog der Nacht.
Wie schwer fällt mir derzeit das Lachen,
weil die in Berlin nur Unsinn machen.
Verwirrt und ratlos bin ich heut‘ erwacht,
sortieren musst’ ich erst den Sog der Nacht.
Wie schwer fällt mir derzeit das Lachen,
weil die in Berlin nur Unsinn machen.
Dem aktuellen IPCC Bericht nach sind wir auf dem Weg in die Hölle. Die Menschheit sitzt in einem Auto und fährt auf einen Abgrund zu, den sie nicht einsehen kann. Wie Thelma und Louise. Nein, eigentlich sitzen wir alle in einem Zug und rasen auf einen Abgrund zu. Louise hätte bremsen können, oder lenken, oder beides. Aber wir rasen auf den Gleisen des Kapitalismus in den Abgrund, lenken ist unmöglich. Und bremsen? Dafür ist der Zug zu schwer und der Bremsweg zu lang.
(mehr …)Einführungsvortrag zur gleichnahmigen Ausstellung im Kunstverein Unna e. V.
Ich möchte vorwegschicken, dass ich kein Kunsthistoriker bin und daher alles, was ich heute hier erzähle, nur mit der Einschränkung gilt, dass ich aus meiner persönlichen Perspektive berichte, die keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat.
Bevor ich auf das Phänomen des Wetterleuchtens eingehe, möchte ich erst einmal über das Wetter sprechen. Das Wetter ist etwas, dass uns von der Wiege bis zur Bahre begleitet. Irgendein Wetter haben wir immer. Wetter hört nie auf. Es steht jederzeit als Konversationsthema zur Verfügung, dringt aber so gut wie nie in unser Langzeitgedächtnis. Die Selbstverständlichkeit des Wetters lässt es zu einem Hintergrundrauschen unseres Lebens werden, dem wir als Menschen in unserer Kunst lange Zeit praktisch keine Aufmerksamkeit geschenkt haben. Machen wir daher einen Streifzug durch die Kunstgeschichte.
(mehr …)Letzte Woche bin ich in einer Illustrierten über eine Anzeige für ein neues SUV gestolpert. Das italienische Sportwagenhersteller so etwas bauen, ist ja an sich schon befremdlich. Aber in diesen Zeiten eine Anzeige für ein Auto mit solchen Eckdaten zu schalten, ist entweder unsensibel oder ignorant. Hier noch einmal das Kleingedruckte:
„Entdecken Sie den neuen […]. Der Stärkste […] mit 390 kW (530 PS) und 285 km/H Spitze.
[…] Verbrauch (WLTP) in l/100 km: kombiniert 11,2; innerstädtisch 17,4; Stadtrand 11,6; Landstraße 9,3; Autobahn 10,3; CO₁-Emissionen in g/km: kombiniert 254„
Bevor ich in den Urlaub gefahren bin, habe ich mir einige Notizen gemacht. Da steht zum Beispiel: Es gibt Tage, an denen ich glaube, dass die Arschlochdichte in Deutschland gegen unendlich geht. Ganz offensichtlich war ich da urlaubsreif. Aber immerhin noch in der Lage meinen Eindruck auch reflektiert zu betrachten: Da man sich über Arschlöcher aufregt, bleiben sie einem länger im Gedächtnis haften. Womit meine erste Notiz eigentlich schon widerlegt ist. Der Prozentsatz an Arschlöchern steigt nicht, er ist im wesentlichen konstant. Da sie uns aber eher in Erinnerung haften bleiben als Otto Normalmitbürger, haben wir den Eindruck, dass es mehr von ihnen gibt, als tatsächlich da draußen herumlaufen.
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