Texte

  • I don’t like the like button.

    Irgendwo habe ich vor einer Weile gelesen, dass derzeit mehr Menschen bei Selfies sterben, als durch Haiangriffe. Konkrete Zahlen standen nicht dabei. Wieviele Menschen sterben pro Jahr durch Haiangriffe? Die Zahlen, die ich gefunden habe, schwanken zwischen 2 im Jahr 2019 und 13 im Jahr 2011.1 Und bei Selfies? Laut Google waren das zwischen Oktober 2011 und November 2017 alleine 259 Menschen, also im Durchschnitt 42 pro Jahr. Bezieht man das auf die Milliarden Nutzer von Sozialen Netzwerken, sind das aber immer noch wenig. Trotzdem fängt man an, sich zu fragen, was die Menschen dazu bringt, ihr Leben für ein Foto von sich selbst zu riskieren?

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  • Wir werden brennen!

    Insektensterben, Mikroplastik, Virusinfektionen, Künstliche Intelligenz und Klimawandel bedrohen die Menschheit. Letzterer scheint mir nach Corona aktuell die übelste Bedrohung zu sein. Demokratisch legitimierte Regierungen ergehen sich in Absichtserklärungen, um wieviel ihre Länder in den nächsten dreissig Jahren den Kohlendioxidausstoß reduzieren sollen, damit sie in ihren aktuellen Legislaturperioden keine streitbaren Maßnahmen ergreifen müssen und womöglich ihre Wiederwahl gefährden. Diktatoren tun auch nichts, denn sie verdienen an fossilen Brennstoffen meist mit.

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  • Inception

    Mal abgesehen von Corona lassen sich die ernsthaften Probleme unserer Zeit wie zum Beispiel Mikroplastik und Klimawandel auf eine Ursache zurückführen: Konsumismus. Dessen wesentliche Triebfeder ist die Werbung. Per se ist Werbung nicht schlecht. Wenn wir auf unser Äußeres achten, so ist das Eigenwerbung. Ein Ritual, das mir zum Fortbestand der Menschheit notwendig erscheint. Und eine maßvolle Werbung für die Dinge des täglichen Bedarfs mag ebenfalls noch akzeptabel sein.

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  • Kino oder Fernseher

    Gestern hat unser Kino wieder einen Film gezeigt. Zum ersten Mal seit dem Shut Down. Die Auflagen zur Eindämmung von Ansteckung sind enorm. Im ganzen Gebäude mit seinen sechs Sälen dürfen sich nur einhundert Menschen aufhalten. Ein wirtschaftlicher Betrieb des Kinos ist so nicht möglich. Aber sie machen wieder auf. Für einen Film, in zwei Sälen, zeitversetzt: „Pferde stehlen“. Im Parkett von Kino 1 war ich allein. Ich konnte hören, dass noch andere Besucher oben auf dem Rang saßen, sehen konnte ich niemanden. Ich liebe es, in einem fast leeren Kino zu sitzen. Vor vierzig Jahren, als ich anfing ins Kino zu gehen, gab es in meiner Stadt noch Vorstellungen um 11 und 14 Uhr, so dass ich oft direkt nach (und manchmal auch während) dem Unterricht ins Kino gegangen bin. Da war es auch so leer. Das kollektive Erlebnis ist es also nicht, was mich ins Kino zieht.

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  • Die rote Pille

    Sind Sie in den sozialen Netzwerken unterwegs? Nicht? Herzlichen Glückwunsch, Sie brauchen nicht weiterzulesen. Alle anderen sollten weiterlesen. Die aber werden diesen Text gar nicht finden, weil sie in Ihrer Filterblase so gefangen sind, dass sie ausserhalb davon nichts mehr wahrnehmen. Theoretisch dürfte also diesen Satz niemand mehr lesen. Egal ich erzähl einfach mal weiter. Ich habe vor ein paar Wochen angefangen meine Accounts in den sozialen Netzwerken zu löschen.

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